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Tourismus
Gesprächsrunde mit örtlichen Vertretern von Hotelgewerbe, Gastronomie Einzelhandel und Tourismus
im Sitzungssaal des Rathauses am 01. März 2010, 15.00 – 16.45 Uhr
P r o t o k o l l
Anwesend waren 16 Teilnehmer gem. der beigefügten Anwesenheitsliste, die Herren Hans-Peter Boje und Peter Cremer von der Stadtverwaltung Heimbach sowie die Planer Dipl.-Ing. Astrid Urgatz und Dipl.-Ing. Giorgio Bavaj.
1. Eröffnung durch Herrn Hans-Peter Boje
Hans-Peter Boje, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, eröffnet die Gesprächsrunde und begrüßt die zahlreich erschienenen Vertreter von Hotelgewerbe, Gastronomie, Einzelhandel und Tourismus. Er legt die wichtigsten Ziele des Masterplans für den Stadtkern Heimbach dar und berichtet, dass im Jahr 2009 in der Region insgesamt eine Steigerung der Übernachtungen festgestellt wurde, in Heimbach beträgt der Zuwachs 14,5 %.
Anschließend übergibt er die Leitung der Runde an Dipl.-Ing. Astrid Urgatz und Dipl.-Ing. Giorgio Bavaj.
2. Einleitende Erläuterungen
Die Planer gehen kurz auf die Ziele dieser Zusammenkunft ein. Die gute Nachricht über die Steigerung der Übernachtungszahlen stellt eher einen Ansporn dar, um auch in Zukunft an diesem Zuwachs zu partizipieren. Die Gründe müssten genauer erforscht werden, der Wettbewerb der touristischen Orte untereinander würde wahrscheinlich eher stärker. Die Teilnehmer werden gebeten, Probleme und Defizite zu benennen sowie Entwicklungschancen und evtl. auch dafür erforderliche Maßnahmen anzusprechen.
3. Beiträge der Gesprächsrunde
Die Beiträge der Teilnehmer werden auf einem Metaplan an der Wand stichwortartig festgehalten. Sie können in folgende thematische Rubriken zusammengefasst werden:
3a. Mehr Angebote zur besseren Bewältigung des „Winterlochs“
- Kinderrodeln am Meuchelberg
- Natureisbahn (evtl. Nähe Kiosk auf dem Parkplatz „Laach“, keine aufwändige Anlage)
- Weihnachtsmarkt zwischen Kirche und Burg – Qualität statt Quantität
- Krippenweg im Zusammenhang mit dem Weihnachtsmarkt
- Weihnachtsmusik in der Kirche, bessere Werbung im Ort und im Umland
- Schneeskulpturen im Kurpark, z.B. durch Kurs der Kunstakademie.
3b. Angebotsverbesserung/ -erweiterung der Übernachtungen
- Barrierefreie/barrierearme Gästezimmer und Ferienwohnungen (evtl. Fachberatung erforderlich)
- Luftkurort - Übernachtungsangebote mit allergikergeeigneten Zimmern (evtl. Fachberatung)
- Guter Service.
In diesem Zusammenhang weisen Frau Urgatz und Herr Boje auf die Wichtigkeit dieser Punkte im Hinblick auf die Erschließung zusätzlicher Kundenkreise hin. Die demografische Entwicklung spielt hier eine große Rolle. Auch wird von Fachleuten festgestellt, dass z.B. der Kreis der Menschen mit Behinderung der einzige Sektor ist, der in Zukunft Zuwächse verzeichnen wird. Hinzu kommt, dass bei diesem Personenkreis die Verweildauer länger ist und oft Begleitpersonen mitkommen. Der Umbau vorhandener Anlagen ist nicht zwingend mit hohen Kosten verbunden, eine differenzierte Vorgehensweise ist denkbar. Falls Interesse besteht, ist die Stadt Heimbach bereit, das Thema zu vertiefen und eine Veranstaltung mit Fachberatung durchzuführen.
3c. Verbesserungen des Gastronomieangebots
- Speisekarten mit mehr Angeboten für Ernährungsbewusste
- Speisekarten mit mehr Angeboten für Kinder
- Speisekarten mit betont saisonalen Angeboten
- Speisekarten mit regionaltypischen Angeboten.
3d. Verbesserung der Angebote für Familien mit Kindern
- Kombiangebote: Beschäftigung + Essen/Trinken
- Einbeziehung der Kunstakademie (z.B. Malkurse)
- Speisekarten mit mehr Angeboten für Kinder.
3e. Disco
- Die Jugenddisco im Hengebachstübchen verursacht Lärmprobleme, es liegen Beschwerden vor. Die Teilnehmer sind sich darin einig, dass dieses Angebot für die Jugend wichtig und zu erhalten ist. Die Disco im Ort ist auf jeden Fall besser als „auf der Grünen Wiese“. Dort gibt es zwar keine Immissionsprobleme, aber die soziale Integration fehlt. Die Verwaltung wird mit Anliegern Gespräche führen.
- Falschparker (Discobesucher) werden abgemahnt, am Wochenende sollten andere Lösungen gefunden werden.
3f. Verbesserung der Verkehrssituation
- Tempo 30 in der Hengebachstraße
- Busparken verbessern (Organisation und Anzahl)
- Parkplatz Laag: Findlinge stören Busse beim Wenden
- Problem der Motorradfahrer
- Gehwege haben Stolperfallen
- Busein- und -ausstieg an der Mariawalder Straße in Höhe der Kirche
(wichtig für ältere Personen – u.a. Pilger - und für Personen mit Behinderung)
- Barrierefreie Kette darf nicht unterbrochen werden: öffentlich und privat.
3g. Allgemeine Verbesserungen zur Stärkung der Attraktivität und Erreichbarkeit
- Der Schilderwald muss weg!
- Außenwerbung dem historischen Stadtbild angemessen gestalten (evtl. Satzung)
- Leerstände belasten das Ortsbild, Pflege erforderlich
- Wetterdienst verbessern durch Wettertelefon und im Internet auf der städtischen Homepage
(die allgemeinen Wettermeldung weichen oft von den örtlichen Gegebenheiten ab)
- Für die Zeit nach Geschäftsschluss (17.00 Uhr) sollten späte Heimbachbesucher am Nationalparktor eine von außen sichtbare Infomöglichkeit über freie Zimmer erhalten
(Telefonnummer, Preis, Adresse; evtl. elektronisches System)
- Stadtplan beleuchten
- Service allgemein verbessern
- Internetseite der Stadt wenig attraktiv.
3h. Profil von Heimbach schärfen
3i. Gastronomen haben untereinander ein gutes Verhältnis
3.j Sonstiges
Verschiedene Teilnehmer bemängeln, dass die Übernachtungsstatistik die tatsächlichen Zahlen nicht wiedergibt, da nur Betriebe ab 9 Betten erfasst würden. Das Übernachtungsplus würde höher ausfallen, wenn alle Betriebe erfasst würden. Herr Boje stellt fest, man könne aufgrund eigener Erhebungen alle Betriebe erfassen. Voraussetzung sei aber, dass alle Übernachtungen gemeldet würden.
4. Bewertung der Beiträge durch die Teilnehmer
Am Ende der Veranstaltung erhalten die Teilnehmer je zwei farbige Punkte, um die ihrer Ansicht nach wichtigsten Kriterien zu kennzeichnen. Das Ergebnis:
6 Punkte: Tempo 30 in der Hengebachstraße 3 Punkte: Schilderwald beseitigen 2 Punkte: Gastronomen haben ein gutes Verhältnis untereinander 2 Punkte: Profil von Heimbach schärfen - „Stärken stärken“ 2 Punkte: Sichtbarer Zimmernachweis nach 17.00 Uhr am Nationalpark-Tor 2 Punkte: Kinderrodeln und Natureisbahn 2 Punkte: Bus-ein und ausstieg an der Mariawalder Str., Nähe Kirche 1 Punkt : Leerstände pflegen 1 Punkt : Mehr Angebote für Familien mit Kindern 1 Punkt : Speisekarten mit Angeboten für Ernährungsbewusste und für Kinder 1 Punkt : Speisekarten mit saisonalen und regionaltypischen Angeboten 1 Punkt : Jugenddisco erhalten 1 Punkt : Schneeskulpturen im Kurpark (Kunstakademie) 1 Punkt : Stolperfallen auf Gehwegen beseitigen
Herr Hans-Peter Boje und die Planer danken den Teilnehmern für die rege Beteiligung und konstruktive Zusammenarbeit. Die Ergebnisse der Gesprächsrunde gehen in den Masterplan ein.
Aachen, 05.03.2010
Giorgio Bavaj
Planungsgemeinschaft Bavaj / Urgatz, Aachen
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