Bild: Stadtwappen Heimbach

Masterplan
Stadtkern
Heimbach

Kurzbericht - Zukunftswerkstatt 14. November 2009

Logo der Zukunftswerkstatt

"Wie wollen die Heimbacher künftig in ihrer Stadt leben, wohnen, arbeiten, spielen, bauen .....?" 30 Bürgerinnen und Bürger – von der engagierten jungen Erwachsenen bis zum erfahrenen Senior - fanden sich am vergangenen Samstag zu einer "Zukunftswerkstatt" ein, um Vorstellungen zu diesem Thema zu entwickeln. Für die Veranstaltung, zu der die Planungsgemeinschaft Bavaj / Urgatz aus Aachen gemeinsam mit der Stadt Heimbach im Rahmen der Erarbeitung des Masterplans für den Stadtkern von Heimbach eingeladen hatte, stellte die internationale Kunstakademie in der Burg Hengebach ihre Räume von 10 bis 17 Uhr zur Verfügung. Frau Dipl.-Ing. Elke Ostenda moderierte die Werkstatt sachkundig und geschickt mit Einfühlungsvermögen und fester Hand.

Die "Zukunftswerkstatt" ist eine besondere Art des Workshops, in dem mit Fantasie, frei von den Zwängen des Alltags, Vorstellungen entwickelt werden, die zu konkreten, zukunftsfähigen Lösungen führen sollen. In der ersten Phase, der Kritikphase, setzten sich die Bürgerinnen und Bürger zunächst mit der Frage auseinander "Was gefällt Ihnen nicht an Heimbach". Hier hagelte es erwartungsgemäß viel Kritik zum Thema „Verkehr (zu viel, zu lauter und zu schneller Durchgangsverkehr, Parkplatzprobleme, schlechte ÖPNV-Verbindungen, zu schmale Bürgersteige, … ) und „Bürger & Leben (zu wenig Informationen, fehlende Jugendangebote & Bürgerbegegnungsstätte, fehlendes Zentrum für Märkte, kein Wir-Gefühl, zu wenig los in der Stadt - besonders am Abend). Einen hohen Stellenwert räumten die Heimbacher Bürgerinnen und Bürger auch dem Tourismus ein. Hier wurden insbesondere Defizite im Bezug auf das Hotelangebot, Informationen, ein fehlendes Tourismuskonzept, welches auch die Wallfahrt integriert und vor allem die fehlende Marke für Heimbach benannt. Weitere Rubriken widmeten sich der Infrastruktur, den Gebäuden (der hohe Leerstand), Kunst und Kultur, der allgemeinen Ortsgestaltung und der Verbindung von Natur und Stadt.

"Die Kritik soll nun zum Positiven gewendet werden". Damit leitete Elke Ostenda die Fantasiephase ein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten zunächst ihr schauspielerisches Können beweisen, indem sie - unter viel Beifall - einige Pantomimen aufführten. Nach dieser mentalen Lockerung entwarfen sie in Gruppen Bilder und eine Website zum Thema "Wie sollte Heimbach im Jahr 2020 aussehen?". Auch hier zeigte sich, dass jeder über verborgene Talente verfügt. Aus Bildern, Erläuterungen und Stichworten entstanden viele faszinierende Ideen zur Eifelstadt von morgen. Allen Visionen gemeinsam war, dass das Wasser deutlich das Stadtbild prägt (Wasserstadt Heimbach) und sich mehr Leben im Außenraum der Stadt abspielt (Heimbach ist buntes Leben + Wir sind Heimbach). Auch haben fast alle der fünf Kleingruppen den motorisierten Verkehr aus der Stadt verbannt (Heimbach für Alle ohne Auto + Die grüne Stadt am Fluss). Bei zwei Arbeiten verschwand der Durchgangsverkehr in einem Tunnel. Bunte kräftige Farben dominierten die Bilder, welches auch ein Sinnbild für das vielfältige Leben darstellt, welches sich in Zukunft im Heimbacher Stadtkern abspielt. Eine Gruppe hatte ein Montmartre an der Rur entwickelt, welches die Kunst zum Selbstverständnis der Heimbacher werden ließ.

Nach einem Mittagsimbiss, den die Stadt Heimbach beim burgansässigen Gastronom bestellt hatte, entstand sogleich viel Bewegung im Raum. Ein kleines Spiel sorgte für erhöhte Herzfrequenz, die der Mittagsmüdigkeit keine Chance ließ. Alle konnten frisch und munter in die dritte Phase, die Realisierungsphase, eintreten. Nun ging es darum, Schritt für Schritt die Visionen in praxisorientierte Lösungsansätze zu überführen. Wie in den anderen Phasen wechselte sich auch hier die Arbeit in Kleingruppen und im Plenum ab. Die einzelnen Ideen wurden weiter ins Detail beleuchtet und Wege angedacht.

Auffällig ist, dass den Teilnehmern der Werktatt die gegenseitige Abhängigkeit und die Verknüpfungen der eingangs noch klar abgegrenzten Themen bewusst wurden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen lassen sich zusammenfassen unter den Rubriken: Heimat, Profil, Lebensqualität, Gestaltung, Natur & Leben. Die Einführung eines Parkleitsystems, Tempo 30 in der Stadt, breite Gehwege ohne Hochborde und Wasser-(Kunst) im Straßenraum sowie Kunstprojekte und gute Gestaltung, erhöhen die Lebensqualität und machen Heimbach für Touristen und auch für Bewohner attraktiver. Die leerstehenden Gebäude mit Geschäften, Kunstwerkstätten, Hotels, Kino, Disco oder einer Bürgerbegegnungsstätte zu nutzen, fördern das Heimatgefühl, eröffnen auch jungen Menschen wirtschaftliche Perspektiven und steigern die Gestaltungsqualität der Stadt.

Zum Schluss der Werkstatt zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die mit viel Elan mitgewirkt hatten, vom ereignisreichen Tag erschöpft aber zufrieden. Die Wände waren dicht tapeziert mit den Ergebnissen des Tages: Stichworte, Bilder, Wandzeitungen. Die Hoffnung, aber auch die Zuversicht, durch die Mitarbeit am Masterplan etwas bewegen zu können, wurde in einem der letzten Zettel, der im Zentrum des Plenums lag, deutlich: Die Arbeit zeigt Früchte! Das Erlebnis der konstruktiven Zusammenarbeit dankten die Werkstattteilnehmer der Moderatorin auf die Frage Wie hat Ihnen die Werkstatt gefallen? durch die Vergabe reichlich bunter Punkte unter dem lachenden Smily am Ausgang des Bildhauersaals auf der Burg.

Am Masterplan Stadtkern Heimbach wird auch weiterhin in offenen Bürgerrunden an den verschiedenen Themen intensiv gearbeitet. Zu den nächsten Gesprächsrunden, die für alle Interessierten offen stehen, werden die Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig über das Stadtjournal, Presse und Internet eingeladen.

Aachen, den 15.11.2009

Planungsgemeinschaft Bavaj / Urgatz

Fotos: Giorgio Bavaj

Alle Fotos lassen sich durch anklicken vergrößern

Bild: Plenum

Die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Beginn der Zukunftswerkstatt im Plenum

Bild: Kleingruppe
Protokoll der Zukunftswerkstatt
vom 14.11.09 als PDF (0,9 MB)

In Kleingruppen wurden eifrig Stichworte gesammelt

Bild: Vorstellung im Plenum

Die Ergebnisse der Kleingruppen wurden im Plenum vorgestellt und in Rubriken sortiert

Bild: Zukunftsbild Heimbach 2020

Mit Begeisterung malen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Zukunftsbild von Heimbach im Jahre 2020

Bild: Vernissage Heimbach 2020

Dem Plenum wurden die Zukunftsbilder Heimbach 2020 in einer Vernissage vorgestellt

Bild: wieder im Plenum

Der ständige Wechsel zwischen Kleingruppenarbeit und Plenum sorgte für einen regen Gedanken- und Ideenaustausch und ließ den Tag nie langweilig werden

Fotos: Giorgio Bavaj